Perspektive Natur - Berufsorientierung für junge Erwachsene aus Deutschland und Geflüchtete

Das Projekt „Perspektive Natur“ soll benachteiligten Jugendlichen aus Deutschland und geflüchteten Jugendlichen berufliche Perspektiven eröffnen, die sich auf den Lebens- und Arbeitsraum Wald beziehen.

Anpacken für Fachwissen, Schlüsselkompetenzen und Teilhabe an der Gesellschaft: „Perspektive Natur“ soll den Einstieg in den Beruf bzw. in eine Berufsausbildung erleichtern. Fotos: Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und Allianz Umweltstiftung

Über den Zeitraum von einem Jahr lernen junge Erwachsene ohne Schulabschluss „grüne“ Berufe kennen und probieren sich in der Forstwirtschaft, der Zimmerei und Tischlerei sowie im Garten- und Landschaftsbau aus. Die Jugendlichen erwerben handwerkliche Qualifikationen aus unterschiedlichen Berufsbildern im Lernort Wald. Neben dem Erwerb von Fachwissen und Schlüsselkompetenzen werden die Teilhabe an der Gesellschaft bzw. die Eingliederung aktiv gefördert. Durch die Kooperation mit lokalen und regionalen Betrieben soll der Einstieg in den Beruf bzw. in eine Berufsausbildung erleichtert werden.

Die Teilnehmenden lernen Arbeitsprozesse an ganz konkreten Objekten und Orten wie dem Stiftungswald, dem Forstbotanischen Garten oder dem historischen Forstschreiberhaus kennen. Dabei werden sie von erfahrenen Handwerkern, Forstwirten und einem Sozialpädagogen in ihrer fachlichen und persönlichen Entwicklung begleitet.

Die jungen Erwachsenen deutscher Herkunft und die geflüchteten Jugendlichen arbeiten sehr gut zusammen und es gibt keine Konflikte, die die Herkunft der TeilnehmerInnen betreffen. Eine zentrale Herausforderung bei der Eingliederung geflüchteter Jugendlicher in den Arbeitsmarkt ist der Erwerb der deutschen Sprache.

Das Projekt startete im Oktober 2015 und von 2015 bis 2019 finden vier jeweils einjährige Durchgänge statt. „Perspektive Natur“ wird von der Allianz Umweltstiftung gefördert und wird durch eine Steuerungsgruppe in enger Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Barnim, dem Landkreis Barnim sowie Unternehmensverbänden weiterentwickelt. Diese Zusammenarbeit verläuft unkompliziert und lösungsorientiert.

Am 27. Mai 2016 öffnete das Projekt zum ersten Mal seine Türen für die Öffentlichkeit. Derzeit werden die TeilnehmerInnen des ersten Durchgangs in Aus- und Weiterbildungen sowie Berufe vermittelt.
 

Erkenntnisse aus dem Projekt in Broschüre zusammengefasst
Die Erkenntnisse aus diesem und anderen Projekten sind in der Broschüre „Geflüchtete in Grünen Berufen: Stärken. Lernen. Integrieren“ zusammengefasst. Die Publikation zeigt auf, welche Herausforderungen aber auch Chancen die Beschäftigung von Geflüchteten in der Grün-, Wald- und Biotoppflege mit sich bringt. Gleichzeitig schildert sie die vielen positiven Erfahrungen und Umstände, die das Gelingen derartiger Projekte begünstigen. Für alle, die ähnliche Vorhaben umsetzen wollen, finden sich Checklisten zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung.

 

Institution & Infos:
Stiftung WaldWelten
Karin Siegmund
c/o Forstbotanischer Garten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH)
Am Zainhammer 5
16225 Eberswalde
Tel.: 03334 657476
E-Mail: karin.siegmund@hnee.de